Schwarzkittelalarm - Wildschweine im Küstenland

ZDF.reportage

Fast überall in Deutschland haben sie sich massenhaft vermehrt. Die intelligenten Tiere wissen, wo ihnen keine Gefahr droht. Vor allem aus Angst vor der Afrikanischen Schweinepest soll die Jägerschaft die Schwarzwildbestände dezimieren. Man befürchtet, dass die ansteckende Viruskrankheit auf Hausschweine übertragen wird. Doch die Tiere haben gelernt, geschickt auszuweichen - dahin, wo üblicherweise nicht geschossen wird: in Wohngebiete, an belebte Straßenränder oder mitten an den Badestrand. Richard Gehrke aus Magdeburg hat das in seinem Ostseeurlaub erlebt. Er selbst hat mit seiner Kamera aufgenommen, wie zwei Muttertiere mit etlichen Frischlingen seelenruhig über den Strand spazieren. Mitten durch die Badegäste. Schwarzwild-Experte Karl-Ernst Brehmer erklärt das intelligente Verhalten so: "Wildschweine sind die Art, die am stärksten von allen Wildarten in Mitteleuropa bejagt worden ist. Immer schon. Und das hat sie schlau gemacht, abwehrstark." So haben sie auch gelernt, sich vortrefflich an unsere Kulturlandschaft anzupassen. Schweine nutzen die riesigen Mais-, Raps-, und Weizenfelder, um sich in bester Deckung neun Monate im Jahr satt zu fressen und sich ungestört zu vermehren. Zudem sorgen milde Winter dafür, dass die Tiere die kalte Jahreszeit besser überstehen. Es seien vor allem menschengemachte Umstände, die zum starken Anstieg der Schweinepopulation beigetragen haben, so die Deutsche Wildtierstiftung. Die "ZDF.reportage" begibt sich auf die Spur der Schweine im Nordosten der Republik. Denn wenn die Touristen zu Hause sind, wird an der Ostseeküste scharf geschossen. Der Film erzählt von den dramatischen, aber bisweilen auch komischen Begegnungen mit den Wildschweinen. Autor: Felix Krüger, Kamera: Matthias Ruuck, Ton: Tom Rafoth, Benjamin Frank, Schnitt: Sebastian Pehl