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18.11.2018

Am 18.11.2018 läuft unsere neue ZDF Reportage. Um 18:00 zeigen wir Selbständige, die trotz Arbeit rund um die Uhr kaum über die Runden kommen. Ob Lottoladenbesitzerin, Kleinbauer oder Schneiderin: Viele Selbstständige machen zu wenig Gewinn, um sich etwas zurücklegen zu können. Erst frei, dann pleite – leider keine Ausnahme. Die Kleinunternehmer arbeiten oft unter Mindestlohn und müssen dennoch hohe Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Sie fallen durch das soziale Netz. Dass dies in äußerst prekäre Lebenslagen führt, erkennen viele Selbstständige zu spät. Laut einer DIW-Studie zahlt nur etwa die Hälfte aller Kleinunternehmer in die Rentenversicherung ein. Da die Beiträge für sie freiwillig sind, sparen sie sich diese Kosten oft und hoffen, später genug Gewinn fürs Alter zu machen. Doch das klappt nicht immer. Dabei wurde der Alleingang in die Selbstständigkeit lange Zeit von der Politik beworben und staatlich gefördert: Über 100 000 "Ich-AGs" entstanden in den Nullerjahren. Viele von ihnen wirtschaften am Existenzminimum. "Ich trinke nur Leitungswasser. Kleidung - nichts über zehn Euro. Das Auto rostet vor sich hin." Petra K. hat sich vor Jahren mit einer Nähstube selbstständig gemacht. Ihre Auftragsbücher sind voll, trotzdem reicht es am Monatsende oft nicht. So kommt es, dass manchmal mehr als Dreiviertel ihrer Einnahmen allein an die Krankenversicherung gehen. Für Rentenbeiträge - keine Chance. "Dass mir einmal so wenig bleiben würde, das habe ich nie für möglich gehalten, nein." So bilanziert Wera H. ihr Berufsleben als selbstständige Lottoladen-Inhaberin. Sie lebt mit 700 Euro Rente aktuell etwa 300 Euro unter der Armutsgrenze. Ihr Antrag auf Grundsicherung wurde abgelehnt, weil sie ein Haus bewohnt, für das die Raten noch nicht abbezahlt sind. Besonders drastisch sind die Notlagen von Selbstständigen bei denen, die ihre Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr stemmen können. Eine halbe Million Menschen sind bei ihrer Krankenkasse verschuldet und bekommen, bis auf lebensrettende Maßnahmen, keine Leistungen mehr. "Besonders erschüttert hat mich, dass 80 Prozent dieser Fälle aus der deutschen Mittelschicht kommen", sagt Dr. Uwe Denker, ein Arzt, der als Pensionär Menschen kostenlos behandelt. Er sieht die Entwicklung erst an ihrem Beginn: "Wir werden noch eine Flutwelle an Armut erleben." Mit Blick auf die Politik sagt er: "Was wir brauchen, ist ein Rettungsschirm für in Not geratene Selbstständige."Der Film erzählt von Selbstständigen, die ihr Rentenalter schon erreicht haben und jenen, die noch auf dem Weg dahin sind. Die Realität der Älteren ist die Perspektive der Jüngeren. Sie lautet leider zu oft: "Armut".

04.09.2018

Am Dienstag den 04.09. ist es soweit, dann läuft im NDR Fernsehen einen Doku über den Meister der Böden. Ein Jahr lang haben wir Heinz Grotzke mit der Kamera begleitet und uns in seine Geheimnisse einweihen lassen. Ob Salbei, Lavendel, Minze, Indianernessel oder Zitronenverbene: Die Kräuter von Heinz Grotzke und Anke Braumann in Frankenthal auf Rügen stehen gut, trotz der langen Trockenheit in diesem Jahr. Er ist 89 Jahre alt und war 50 Jahre lang erfolgreicher Kräuterfarmer in den USA. Die Gesundheit des Bodens beschäftigt ihn seit Jahrzehnten. Lebendig muss der Boden sein, er muss gehegt und gepflegt werden, denn der Boden merkt sich alles, sagt Grotzke. Anke Braumann ist Zahnärztin, Anfang 50, und schon immer Verfechterin von Alternativen zur konventionellen Landwirtschaft. Beide zusammen bewirtschaften nun auf Rügen eine Kräuterplantage für einen Tee, der von vielen Konsumenten für den besten überhaupt gehalten wird. Das Label heißt "Kräuter Pflanzen am Meer". Jedes einzelne Kraut für den Tee ist durch die Hände von Heinz Grotzke und Anke Braumann gegangen. Sie haben die Kräuter gepflanzt, sauber gehalten, geerntet, geschnitten und zuletzt gemischt und verpackt. Ein Jahr lang hat ein Filmteam die beiden begleitet und dabei vieles von Heinz Grotzke gelernt, wie auch schon Anke Braumann. Heinz Grotzke und Anke Braumann arbeiten nach biodynamischem Vorbild, haben einen Komposthaufen aus Dung und Pflanzenabfällen angelegt und schwören auf ihre Art, den Boden zu bearbeiten und zu unterhalten. Und wenn Heinz Grotzke von seinem spannenden Leben erzählt, in dem es immer auch um gesunde Böden und den Kampf gegen Ignoranz geht, wird klar: Er ist in all den Jahrzehnten zu einem "Meister des Bodens" geworden. Nun ist er glücklich, zumindest im Kleinen etwas für einen gesunden Boden tun zu können, auch wenn er mit den Ergebnissen der Bodenprobe seines Ackers in Frankenthal auf Rügen noch nicht zufrieden ist. Der Boden braucht noch Zeit, sagt er.

07.08.2018

Am Dienstag, den 07.08.2018 um 18:15 Uhr, schauen wir bei NDR Naturnah in einen schönen Garten. Ein Jahr lang haben wir wohl im schönsten Garten des Landes gedreht. Eine Wiese mit einem Meer aus Margeriten, mehr als 30 leuchtend blühende Pfingstrosenarten, Hunderte zarte Akeleien: Im alten Pfarrgarten in Starkow in der Nähe von Barth blüht es zu jeder Jahreszeit. Auf dem 20 Hektar großen Areal, zu dem auch eine riesige Streuobstwiese mit vielen alten Obstbaumarten gehört, sind immer auch viele Besucher unterwegs. Vor allem dann, wenn die Mitglieder des Vereins Backstein, Geist und Garten zu einer ihrer legendären Veranstaltungen einladen. Volksfeststimmung herrscht beim "Apfeltag". Besucherströme mit 1.000 neugierigen Menschen beim "Tag des offenen Gartens". Fast an jedem Wochenende finden in Starkow Führungen und Kulturveranstaltungen statt. Und immer wird man hier nicht nur gut versorgt, auch die Seele tankt auf angesichts der Blüten- und Farbenpracht und der vielen Menschen, die sich um die Gäste kümmern. Der alte Pfarrgarten in Starkow soll nämlich vor allem eines sein: ein Garten für alle, einer, in dem die Menschen Anregungen bekommen, die sie dann in ihre eigenen Gärten mitnehmen können.

27.07.2018

Am Freitag, den 27. Juli 2018 um 20:15 Uhr gibt es, in der NDR Nordstory, Geschichten von der Stralsunder Hafeninsel zu sehen. Ursprünglich mal ein wichtiger Handelsknotenpunkt am Strelasund, heute beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen, mit Kneipen, Cafés, Hotels und Backfisch vom Kutter. Und mittendrin: Hai-Alarm im Ozeaneum! Niki, die schwergewichtige Sandtigerhai-Dame im großen Schwarmfischbecken muss raus. Ihr Aquarium wird saniert und bekommt eine neue Bodendekoration, den verkleinerten Nachbau eines Schiffswracks. Pünktlich zum 10-jährigen Jubiläum des Meeresmuseums. Und mit Niki müssen auch die Rochen und übrigen Schwarmfische ausziehen und vorübergehend in Quarantänebecken ausharren. Vor allem das Einfangen von Niki und ihr Transport mit Kran und viel Manpower in den Keller des Ozeaneums ist eine der größten Herausforderungen für das Team. 2,6 Millionen Liter Salzwasser werden abgelassen und die 50 qm Panzerglas wieder neu verklebt. Und dann wird ein künstliches Schiffswrack eingebaut. Gefertigt in den Babelsberger Filmstudios. Wasser wird wieder ins Becken eingelassen und Niki muss zurück. Das neue Wrack soll nicht nur die Besucher des Aquariums erfreuen, sondern auch die zahlreichen Schwarmfische, die nun hoffentlich bessere Versteckmöglichkeiten vor der hungrigen Niki finden.Das Drama um Niki lässt den Segelmacher Arne Möhring vollkommen kalt. Er hat genug zu tun mit seiner neuen Werkstatt am Eingang zur Hafeninsel. Zumal er im Zimmer nebenan noch eine Bar betreibt, die schnell zum Szenetreffpunkt von Stralsund geworden ist. Dazu kommt der Beginn der Regatta-Saison. Dafür hat er sich in Schweden ein neues, gebrauchtes Boot gekauft. Jetzt gibt es nur noch ein Ziel für ihn: bei der Mittwochsregatta den ersten Platz machen!Indessen tobt der Kampf um den Hering. Seitdem das Angeln auf dem Rügendamm verboten ist, verlagert sich der alljährliche Zirkus der Petrijünger aufs Wasser. Der Hafenmeister aus Altefähr versucht den Ansturm der Jäger nach den Silberfischen zu bewältigen. Und die Herren von der Fischereiaufsicht kontrollieren was das Zeug hält. Die Stralsunder Hafeninsel: ein Hotspot für Hairetter, Heringsjäger und hemmungslose Skipper.

13.06.2018

Der Rasende Roland von Rügen.  Am Mittwoch, den 13. Juni 2018, zwischen 18:15 bis 18:45 Uhr im NDR. Seit mehr als 100 Jahren ist der "Rasende Roland", eine Schmalspureisenbahn, auf der Insel Rügen unterwegs. Damals wie heute noch immer mit Dampfbetrieb. In der Hauptsaison pendeln drei Züge auf den 24 Kilometern zwischen Putbus und Göhren. Die alten Dampfloks sind das genaue Gegenteil von dem, was man heute sonst so erlebt. Keine Elektronik, alles mechanisch, reine Physik. Feuer erzeugt Dampf, Dampf erzeugt Druck, Druck erzeugt Vortrieb. Einzig elektrisch betrieben an den kleinen Loks sind die Lampen und die dampfbetriebene Lichtmaschine. Es ist eine faszinierende Technik, wenn eine 25-Tonnen-Lok morgens in Dampf gehüllt, fast geräuschlos aus dem Lokschuppen gleitet oder kräftig schnaufend und pfeifend den Zug auf Reisegeschwindigkeit bringt. Die Männer, die sie fahren, sind gerade davon fasziniert. Im Sommer ist der Job auf der Lok schweißtreibend, dann ist es 50 Grad warm im Führerstand des "Rasenden Rolands". 50 bis 60 Personen sind rund um die Uhr im Einsatz, damit die alte Technik funktioniert und der Verkehr auf der Bahnstrecke reibungslos läuft. Schaffner, Lokführer, Heizer und ein Kollege, der die ganze Nacht dafür sorgt, dass die Feuer im Inneren der Lokomotiven nicht ausgehen. Denn ist die Lok einmal angeheizt, bleibt sie 25 Tage lang unter Dampf. Danach geht es zwei bis drei Tage in die Wartungshalle zum Kessel reinigen und zur technischen Kontrolle. Aber auch die robuste alte Technik hält nicht ewig. Alle vier bis sechs Jahre muss eine Lok dann zur Generalüberholung nach Meiningen, das einzige Dampflokwerk in Deutschland. Dort wird sie komplett zerlegt, ist nach der Inspektion aber auch fast wieder so gut wie neu.

09.01.2018

Ungewöhnliche, noch nie im Fernsehen gezeigte Bilder erzählen die Geschichte von Hans Jalaß , einem alten Förster und seiner Liebe zur Natur und zu den Tieren. Insbesondere ein Wildschweinrudel hat zu ihm Vertrauen gefasst, er kommuniziert mit den Tieren und darf sie sogar streicheln. Am Dienstag, den 09. Januar 2018, um 18:15 Uhr kann man sie im NDR sehen.  "In manchen Momenten meines Lebens waren die Wildschweine fast meine Familie", sagt Hans Jalaß und lacht. Seit fast 20 Jahren besucht er "seine" Wildschweinrotte im Wald. Mühselig gewöhnt er die Tiere an sich, dann wissen sie genau, wann er kommt und warten auf ihn, vertrauen ihm. An manchen Tagen, lassen sich die Tiere sogar kraulen. Der alte Förster ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich, durch seine jahrzehntelange Freundschaft mit den Wildschweinen, seine Liebe grundsätzlich zur Natur und auch sein Aussehen. Mit dem Filzhut auf dem Kopf erinnert er an einen Waldschrat.In Vorträgen versucht er die Dorfbevölkerung davon zu überzeugen, dass der Wolf keine Bestie ist. Bei einem Treffen mit der österreichischen Wolfsforscherin Gudrun Pflüger zeigt der 72-Jährige ihr seine ungewöhnlichsten Aufnahmen: Wölfe, die wie Hunde bellen. Auch die Forscherin ist beeindruckt. Doch für sie besteht keinerlei Grund zur Sorge, ein vollkommen normales Verhalten vom Wolf. Nur noch selten geht Jalaß inzwischen auf die Jagd. Lieber zieht er mit der Kamera los und versucht schöne Tierfotos zu "schießen", im Wald und in den Elbtalauen, die auch bei ihm in der Nähe liegen.

27.10.2017

Ist der Bauboom in Prora Alptraum oder Segen? Am Freitag, den 27. Oktober 2017, 20:15 bis 21:15 Uhr NDR Fernsehen einschalten. Jahrzehntelang ist nichts passiert in Prora, in der von den Nazis geplanten und nie fertig gestellten Urlaubsfabrik auf der Ostseeinsel Rügen. Nach dem Krieg wurde der Bau zunächst von der Roten Armee und dann von der NVA genutzt und zu Kasernen umgebaut. Nach der Wende gammelte der größte Teil des Mammutbaus vor sich hin, genutzt von schlecht finanzierten Dokumentationszentren, einem NVA-Museum und einer Jugendherberge. Ein Ort für Festivals und künstlerische Aktionen. Der ewige Streit zwischen einer Nutzung als Denkmal oder Urlaubsobjekt ist nun aber entschieden. Das Denkmal wurde an gut betuchte Anleger und Investoren verkauft. Eigentumswohnungen in der denkmalgeschützten Anlage erlauben großzügige Steuerabschreibungen. Block für Block entstehen Hunderte von Apartments, zum Teil mit Quadratmeterpreisen von bis zu 10.000 Euro. Eine Ferienanlage ist im Bau, ein Hotel ist schon fertig. Zur Zeit des NS-Regimes sollten 20.000 Menschen in dem "Kraft-durch-Freude"-Monstrum Urlaub machen. Heute rechnen die neuen Investoren mit bis zu 10.000 Betten in den fünf Blöcken, die nun im neuen Glanz erstrahlen sollen. Die Ruine mit Meerblick mausert sich zu einer "weißen Stadt am Meer". Einer, der diese Entwicklung mit viel Elan vorantreibt, ist ausgerechnet Ulrich Busch, der Sohn des DDR-Arbeiterliedersängers Ernst Busch. Er gilt als die treibende Kraft, das graubraune Kasernenantlitz in ein glänzendes "kapitalistisches" Ferienparadies verwandeln zu wollen. Was hätte sein Vater zu all dem gesagt? Ulrich Buschs rechte Hand vor Ort ist dabei Makler und Mitgesellschafter Manfred  Hartwig. Er verkauft den nicht unbedingt besonders günstigen Traum vom Eigenheim am Meer. Täglich führt er die zahllosen Interessenten durch den Rohbau und versucht mit viel Beredsamkeit, die Fantasie der potenziellen Käufer zu beflügeln. Aber ist er auch selbst überzeugt von dem, was er tut? Würde er sich hier auch ein Apartment kaufen für seinen Lebensabend? Eine der zahlreichen Interessenten, die Makler Hartwig überzeugen konnte, ist die Krankenschwester Christine Jürgens von der Insel Rügen. Sie hat ihr Haus in Gingst verkauft und sich dafür ein Apartment in Prora gekauft. Der Traum von der Wohnung am Meer, was wird daraus, wenn ihn Tausende rechts und links von ihr auch träumen wollen, so wie in den Bettenburgen am Mittelmeer? Eine junge Familie aus Thüringen verbringt erstmals ihnen Urlaub im noblen Fünfsternehotel von Prora. Dort sind die Strände noch leer, anders als in Göhren oder Baabe, wo sie sonst jedes Jahr hingefahren sind. Aber werden sie im kommenden Jahr auch wiederkommen? Denn nicht nur die Strände sind leer, auch die Ladenpassagen sind noch nicht bezogen, es gibt keinen Supermarkt und kein Nachtleben! Und ein Flair wie in Binz, in weiß getünchtem Beton? Aber es gibt noch eine andere Welt in Prora. Sozial verträgliche Mietwohnungen mit Meerblick, Vorgarten und Stellplatz vor der Tür. Altersgerechtes und auch ambulant betreutes Wohnen für Senioren gehört hier zum Konzept, damit Prora im Winter nicht zur Geisterstadt wird. Wer hier seinen Lebensabend verbringt, schätzt sich glücklich? Die fehlende Infrastruktur ist ein großes Manko in Prora. Aber es gibt eine erste Pizzeria! Die Ladenmiete ist hoch, die Kundschaft nur in der Saison vorhanden. Hält er durch, der erste Pizzabäcker von Prora?

17.10.2017

Am Dienstag, den 17. Oktober 2017 um 18:15Uhr, wird ein von uns produzierte Doku über Störche im NDR gezeigt. Schon seit einigen Jahren sieht es mit dem Storchenbestand nicht gut aus. Im Frühjahr ist Storchenbetreuer Eggers mit einem Hubsteiger unterwegs, säubert und erneuert die Nester. Jedes Mal hofft er, dass ein Storchenpaar in den vorbereiteten Storchennestern brüten wird. Doch auch in diesem Jahr bleiben viele der Nester unbesetzt. Und dann passiert im Frühsommer auch noch etwas Schreckliches: Als Helmut Eggers die Jungstörche beringen will, liegen viele von ihnen tot in ihren Nestern. Der anhaltende Regen hat ihr Gefieder durchnässt, sodass sie erfroren sind. Das hat er so noch nie erlebt.

20.09.2017

Wie geht das? 3.000 Jahre Geschichte ausgraben, so heisst die von uns produzierte NDR - Reportage die am Mittwoch, den 20. September 2017,  zwischen 18:15 bis 18:45 Uhr ausgestrahlt wird. Dafür waren wir auf dem ältesten Schlachtfeld Mitteleuropas unterwegs und haben Forscher bei ihrer Spurensuchen begleitet. Durch das Tollensetal bei Neubrandenburg führt heute eine beliebte Paddelstrecke. Wenn man mit den Booten durch die friedlichen Wiesen gleitet, ahnt man nichts von den Schrecken, die das Tal vor mehr als 3.000 Jahren erfüllten.Nur wenige Zentimeter unterhalb der Grasnarbe liegen die Zeugen dieses Ereignisses. Es handelt sich um Tausende von Menschenknochen, eingeschlagene Schädel, von Pfeilspitzen durchbohrte Arm- und Beinknochen, Rippen mit Schnittverletzungen. Dazu Waffen wie Äxte und Pfeilspitzen aus Stein und Bronze, Tonscherben und Schmuckstücke.Wie kam das alles hierher? Was ist hier passiert? Diese Frage versuchen Gundula Lidke und ihr Team vom Archäologieprojekt Tollensetal seit 20 Jahren zu beantworten.Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Fachbereichen arbeiten mit modernsten Methoden an der Aufklärung des Falles. Die These: Vor mehr als 3.000 Jahren wurde hier eine erbitterte, tödliche Schlacht geführt. Aber: Wer kämpfte hier gegen wen und worum ging es überhaupt? All diese Fragen lassen sich nur noch anhand der archäologischen Funde beantworten, denn aus der Bronzezeit gibt es keine schriftlichen Quellen.Experimente mit nachgebauten Waffen, Computersimulationen von Angriffen, die Untersuchung von Bodenproben und die akribische Untersuchung der Verletzungsspuren an den gefundenen Knochen sollen über ein Ereignis Aufschluss geben, dass um 1300 vor Christus das Tollensetal zu einem riesigen Friedhof machte. Handelt es sich wirklich um das größte und älteste Schlachtfeld nördlich der Alpen?

09.09.2017

Der von uns produzierte Film, für das ZDF, aus der Reihe "Mein Land, Dein Land" begegnet Menschen, die tagtäglich für das Wohl der Touristen schuften und dabei schwierige Arrangements zwischen Leben und Arbeit treffen müssen, aber auch jenen, die das Glück haben, sich zu den Gewinnern des Ferienbooms zu zählen. Er erzählt kontrastreich vom Leben, Arbeiten und Urlaubmachen in einem der schönsten und gleichzeitig ärmsten Landstriche Deutschlands. Im TV: ZDF, 09.09.2017, 17:35 - 18:03. Es ist schwer, gut bezahlte Arbeit zu finden. Auf dem Stellenmarkt finden sich zwar viele Anzeigen – aber überwiegend Saisonjobs im Hotel- und Gaststättengewerbe - und dort gibt es häufig nur den Mindestlohn. Heidi B. erlebt seit vielen Jahren, was es heißt, Saisonarbeiterin zu sein. Im Winter regelmäßig arbeitslos, verbringt sie die schönsten Monate im Jahr als Putzfrau in einem Gästehaus auf Rügen. Ihr Chef verrät, dass er über neun Euro Stundenlohn zahlt - damit kann er sich zu den großzügigeren Arbeitgebern rechnen. Ihr größter Wunsch sei es, einmal selbst mit der Familie in den Urlaub fahren zu können, erzählt Heidi B., die in einer Plattenbauwohnung lebt. Das aber sei mit ihrem schmalen Monatsverdienst nicht machbar. Reichtum und Armut prallen an der Ostsee aufeinander. Auf der einen Seite Highspeed-Yachten, die stundenweise zu Monatslöhnen gechartert werden. Auf der anderen Seite Menschen, die frustriert sind, dass es trotz harter Arbeit nur knapp über Hartz-IV-Niveau reicht.Petra B., Hausdame im Ostseehotel in Ahlbeck, ist mittlerweile die einzige deutsche Angestellte im Servicebereich des traditionsreichen Hauses. Fast die komplette Arbeit wird hier von polnischen Fachkräften erledigt, die im nahegelegenen Swinoujscie wohnen. Für sie lohnt es sich, in Deutschland zu arbeiten. Hier wird bis zu dreimal so viel gezahlt wie in Polen, und die polnischen Mieten sind noch vergleichsweise günstig.Für viele Einheimische ist es schlicht ausgeschlossen, in der Nähe ihres Arbeitsortes in den Seebädern eine bezahlbare Wohnung zu finden. Pendeln gehört zum Alltag an der Ostsee. Alexander L., Küchenchef im berühmten Restaurant zur Seebrücke in Ahlbeck, kommt aus Anklam. Er fährt jeden Tag 70 Kilometer, aber das sei immer noch günstiger, als wenn er hier wohnen würde. Als Küchenchef ist er schon privilegiert. "Ich sag mal: Man kommt über die Runden. Für die Leute, die hier normal arbeiten, für die Köche, die hier den Mindestlohn kriegen (...), für die ist es sehr schwer." Ob arm, ob reich, ob Gast oder Kellner - der Verkehr nervt alle. Für die Millionen PKW, die hier jedes Jahr zur Hauptsaison fahren, fehlt es schlicht an Straßen. "An Regentagen, wenn alle, statt am Strand zu liegen, in ihr Auto steigen, ist es am schlimmsten", erzählt Busfahrer Andreas K. Dann schieben sich kilometerlange Blechkarawanen in Schrittgeschwindigkeit über Usedom. Eine Busfahrt kann dann schon mal das Vierfache der fahrplanmäßigen Dauer erreichen. Obwohl die Kaiserbäder Usedoms und die Kurorte Rügens Inbegriff gediegenen Wohlstandes sind, gehören die Landkreise Vorpommerns zu den ärmsten in der ganzen Bundesrepublik. Es gibt Orte, wo die Hälfte der Einwohner AfD und NPD gewählt haben. Der Bürgermeister von Peenemünde nennt die Wahl "Protest gegen eine Politik, in der sich die einfachen Bewohner eines der schönsten Landstriche Deutschlands vergessen fühlen".

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